LG-Leistungshüten 2011

SV OG Mooswiese-Neumarkt

im Verein für Deutsche Schäferhunde (SV) e.V.

LG-Leistungshüten am 20./21.08.2011

in Deining-Unterbuchfeld

 

Veranstaltender Verein: OG Mooswiese-Neumarkt

 

Am 20. und 21. August 2011 führte die Ortsgruppe Mooswiese – Neumarkt des Verein für Deutsche Schäferhunde (SV) das Leistungshüten der Landesgruppe Bayern-Nord am Hagnerhof bei Deining-Unterbuchfeld durch. Die Ortsgruppe Mooswiese-Neumarkt erklärte sich in diesem Jahr bereit die Organisation für diesen Berufswettkampf der Landesgruppe Bayern-Nord zu übernehmen.

 

Die Mitglieder der Ortsgruppe mit ihrem Vorsitzenden Kurt Ent; Horst Kaim, HGH-Beauftragter der Landesgruppe; Schäfermeister Markus Schenk, Deining, und Hans Chifflard, Hagelstadt, hatten dieses Leistungshüten als Team optimal vorbereitet.

 

An diesen beiden Tagen sahen die Besucher Deutsche Schäferhunde in ihrer ursprünglichsten Aufgabe. Die zunehmende Zerschneidung der Weideflächen durch den Ausbau von Verkehrswegen, Siedlungsflächen und die immer knapper werdenden Herbstweiden stellen für Schäfer und Hütehunde eine große Herausforderung dar, so dass man auch zukünftig verlässliche und gut ausgebildete Hunde benötigt, um weiterhin Hütehaltung betreiben zu können. Gerade bei den hochsommerlichen Temperaturen, wie an diesem Wochenende („Hundstage im August“), zeigten die Teilnehmer und Hütehunde aus sieben Bundesländern was sie zu leisten vermögen.

 

Diese überregionale Veranstaltung war vom SV auch als Ausscheidungshüten zur Qualifizierung für das Bundesleistungshüten in Mägerkingen in Baden-Württemberg vom 30. September bis 2. Oktober 2011 ausgeschrieben.

 

An diesem überregionalen Berufswettkampf beteiligten sich zehn Hüter (zwei aus Bayern, zwei aus Sachsen, einer aus Hessen, einer aus Sachsen-Anhalt, einer aus Württemberg, einer aus Thüringen, zwei aus Niedersachsen) mit 13 eingetragenen Deutschen Schäferhunden. Mit einem Beihund hüteten neun Teilnehmer und einer nur mit dem Haupthund.

 

Ursprünglich hatten sich 13 Hüter mit 18 Durchgängen angemeldet, aber dies hätte diesen zweitägigen Zeitrahmen gesprengt und wäre für ein Landesgruppenhüten organisatorisch kaum durchführbar gewesen. Aus verschiedenen Gründen sagten einige Teilnehmer dann ab. Für ein Landesgruppenhüten reichen in der Regel optimal 10 bis 12 Durchgänge an zwei Tagen aus. Damit hat man auch weniger Probleme optimale Hüteflächen zu finden.

 

Das Teilnehmerfeld setzte sich diesmal aus erfahrenen und jüngeren Schafhaltern zusammen.

 

Dies war ein erfreulicher Aspekt, denn es gibt auf diesem Gebiet wieder einen sehr interessanten Nachwuchs, den die Verantwortlichen auch weiterhin ansprechen und motivieren müssen. Der Konkurrenzkampf bei diesem Landesgruppen-Leistungshüten gestaltete sich sehr spannend, und das führte zu hervorragenden Ergebnissen. Es gab einmal vorzüglich, fünfmal sehr gut, fünfmal gut und zweimal befriedigend.

 

Das sehr gut vorbereitete und praxisnahe Hütegelände mit kurzen Wegen bestand aus Stoppelfeldern und Wiesen mit ausreichend Futterangebot. Trotz der späten Ernte war in den Stoppelfeldern genügend Auswuchs vorhanden. Dies waren äußerst günstige Voraussetzungen für diesen Berufswettkampf. Dieser Umstand ermöglichte bei allen Durchgängen (Samstag: acht; Sonntag: 5) einen harmonischen Ablauf.

 

Eine trotz der hochsommerlichen Temperaturen besonders führige, insgesamt sehr ruhige und typmäßig sehr schöne 330-köpfige Merinoherde der Schäferei Markus Schenk, angeführt von einem guten Leitschaf, war die Grundlage, dass der festgelegte Parcours in 45 bis 55 Minuten bewältigt werden konnte.

 

Mit entscheidend für einen harmonischen Ablauf des Leistungshüten ist die Führigkeit der Herde. Schafe aus der Koppelhaltung sind dafür nicht geeignet. Es hat sich als sehr vorteilhaft erwiesen, wenn die ca. 300-köpfige Herde aus einer Hütehaltung kommt und für diese Leistungsprüfung acht Tage zuvor entsprechend mit einem guten Leitschaf zusammengestellt und täglich gesondert gehütet wird. Diese Herde ist dann eine Einheit und gewöhnt sich in der Regel sehr schnell an andere Hütehunderassen und an den Ablauf im Parcours.

 

Eine führige Herde benötigt wenig Druck von Seiten der Hütehunde, auch bei schwierigen Witterungsbedingungen, und die Besucher sehen das wirkliche Zusammenspiel von Schäfer, Hund und Herde.

 

Das Hüten und die Bewertung erfolgte nach der Hüteordnung des Verein für Deutsche Schäferhunde e.V. Es fand die offene Wertung statt.

 

Als Richter fungierten bei allen 13 Durchgängen Manfred Voigt, Michelbach (Württemberg) und Peter Brückner, Dorndorf (Thüringen).

 

Als Richter tätig zu sein, bedeutet, Einhaltung des Zeitplanes, Durchhaltevermögen, Konzentration, jedem Hüteteilnehmer gerecht und fair zu bewerten und am Wochenende „Kilometer-Arbeit“ zu leisten.

 

Hans Chifflard, Hagelstadt, und Lutz Ringer, Eckartsweiler, gaben jeweils am Samstag bzw. Sonntag dem Publikum fachliche Erklärungen über den Ablauf, Sinn und Zweck des Leistungshüten. Beide standen auch für aktuelle Fragen zur Schafhaltung, zum Beruf des Schäfers und zur Hütehundeausbildung zur Verfügung.

 

Das Interesse der regionalen Presse und des Neumarkter Fernsehen für diesen Berufswettkampf spiegelte wider, dass der Schäferberuf trotz sehr vieler Probleme in Zeiten des Umweltbewusstseins nach wie vor einen festen Platz in unserer Gesellschaft hat.

 

Das Leistungshüten ist eine Plattform für den fachlichen Austausch über Ländergrenzen hinweg und die Schafhaltung bzw. der Beruf des Schäfers steht wieder einmal im Mittelpunkt.

 

Die Mitglieder der OG-Mooswiese-Neumarkt sorgten an diesen beiden Tagen vorbildlich dafür, dass den Zuschauern und allen Beteiligten an nichts fehlte. Auf der Speisekarte standen Spezialitäten vom Lamm und Lamm am Spieß.

 

In das Ferienprogramm für Kinder der Gemeinde Deining war auch dieses Leistungshüten mit eingeplant nach dem Motto: nicht nur der Kuhstall ist interessant, sondern auch die Schäferei! Frau Schenk informierte die Kinder über die Schafe, die Arbeit und das Leben der Schäfer und seiner Hütehunde. Eine Schnitzeljagd mit Begriffen aus der Schäferei rundete diese Stunden am Hütegelände für die Kinder ab.

 

Am Samstag und bei der Siegerehrung am Sonntagnachmittag sprachen Grußworte der Schirmherr Alois Scherer, 1. Bürgermeister der Gemeinde Deining; Dieter Ortlauf, Ehrenvorsitzender der Landesgruppe Bayern-Nord; Horst Kaim, HGH-Beauftragter der LG-Bayern-Nord und Kurt Ent, 1. Vorsitzender der Ortsgruppe Mooswiese-Neumarkt.

 

Die Siegerehrung fand in einem würdigen Rahmen statt.

 

Hüteergebnis:

1. Weinhold Winfried, Riesa, Sachsen Kaya von den Schwedenschanzen 95 Punkte

2. Denecke Nancy, Eimke, Niedersachsen Elan aus der Glockenbergsschäferei 85 Punkte

3. Janke Gerd, Eimke, Niedersachsen Eischa aus der Glockenbergsschäferei 82 Punkte

4. Otto Klausjürgen, Winkel, S.-Anhalt Falko von der Hirschlinde 81 Punkte

5. Janke Gerd, Eimke, Niedersachsen Fax aus der Glockenbergsschäferei 80 Punkte

5. Erhardt Alois, Birkenzell, Württemberg Jack 80 Punkte

7. Kind Herbert, Königsee, Thüringen Olivia vom Hexengrund 78 Punkte

8. Denecke Nancy, Eimke, Niedersachsen Juli aus der Glockenbergsschäferei 73 Punkte

9. Weinhold Winfried, Riesa, Sachsen Hera vom Göhliser Hof 72 Punkte

9. Stapp Markus, Hainstadt, Hessen Emma vom zwei Länder Team 72 Punkte

11. Hissung Eckhard, Last, Sachsen Knurri`s Ilka 70 Punkte

12. Merkel Theo, Niedernberg, Bayern Panjo vom Hexengrund 69 Punkte

13. Smietana Kerstin, Triesdorf, Bayern Karlo vom Messelhof 68 Punkte